Café und mehr … für und mit Neuen Nachbarn

Es gibt ein Bleiben im Gehen,

ein Gewinnen im Verlieren,

einen Neuanfang im Ende.

(Aus Japan)

 

Nicht nur für die WIR4 in der bekannten Form, sondern auch für das Café für Neue Nachbarn ist die Zeit des Abschieds gekommen.

 

Ende 2015 kam die sogenannte „Flüchtlingswelle“ nach Deutschland, Menschen, die ihre Heimat und alles, was sie besaßen, verlassen und sich auf einen beschwerlichen Weg gemachthatten, um Sicherheit und Frieden in fremden Ländern zu finden.So kamen auch viele nach Solingen, die meisten aus Syrien.

Vor solcher Not kam der Gedanke schnell: „Wir müssen helfen!“

So entstand das  „Café für Neue Nachbarn“, das zunächst jede Woche, im letzten Jahr nur noch  einmal pro Monat öffnete. Hier konnten viele Gäste begrüßt und Ihnen nach Möglichkeit auch geholfen werden, sei es bei Ämtersuche, Ausfüllen diverser - selten einfacher -  Anträge, Erstausstattung mit Kleidung und Haushaltsgegenständen  in enger Kooperation mit dem unermüdlichem Team der Kleiderkammer, Wohnungssuche und Bestückung aus dem Möbellager oder auch noch in Sachen Sprachkurse, Schule, Ausbildung, Beruf…

Gerade die Anfangszeiten waren sehr turbulent, die Gäste waren zahlreich, die Aufgaben ebenfalls.

Nach anfänglicher Unsicherheit, sowohl seitens der Gäste als auch seitens der Helfer, wurde das Café für Neue Nachbarn schnell ein Ort des Kennenlernens, des Austausches …  und , bestanden, gerade am Anfang, Verständigungsprobleme, so wurde mit Händen und Füßen, mit einem Lächeln, einer Tasse Kaffee mit einem Stück der von den Helfern selbstgebackenen Kuchen oder einer Umarmung „gesprochen“.

 

Vieles ist gemeinsam auf den Weg gebracht worden, Freundschaften sind entstanden.

Nun sind „unsere Flüchtlinge“ angekommen, sie finden sich gut zurecht und integrieren sich nach und nach in die Gesellschaft. Damit istdas Ziel erreicht worden.

Im letzten Jahr kamen kaum noch Besucher ins Café, da sie kaum noch Hilfe benötigen, bzw.sie mit Schule, Kindergarten, Ausbildung, Arbeit … beschäftigt sind.

So fand am 05. November, nach vier ereignisvollen Jahren, das Café zum letzten Mal statt.

 

Auf diesem Wege Euch allen ganz herzlichen Dank fürs Mittun und für viele gute Gespräche.

Es war eine sehr schöne Zeit!

 

Odile Canévet-Schlömer

Bärbel Güthues