Das Sakrament der Krankensalbung

Krankens Klaus Herzog PBS@ Klaus Herzog PBSFrüher wurde dieses Sakrament die „Letzte Ölung" genannt. Dieser Name deutet darauf hin, dass dieses Sakrament in der Sterbensstunde eines Menschen gespendet wurde. Es galt als Bedingung für den Eintritt in das ewige Leben.  Es gab die weit verbreitete Meinung, dass Christen, die ohne „letzte Ölung" verstorben seien, nicht in den Himmel kommen könnten, weil kein Mensch ohne Sünde ist: Nur durch den Empfang dieses Sakramentes, durch die Salbung und die Vergebung der Sünden, wurde einem Sterbenden das Tor zum Himmel geöffnet. Hier hat das Zweite Vatikanische Konzil eine große Wende und Neuerung eingeleitet. Die Krankensalbung dient dazu, den kranken und leidenden, den  belasteten und problembeladenen Menschen zu stärken und aufzurichten, ihm Mut zu machen, seine Krankheit zu  tragen und zu akzeptieren oder sogar wieder gesund zu werden. Es geht zurück auf Jesu besondere Sorge und Zuwendung zu den kranken, leidenden und  schwachen Menschen. In der Bibel heißt es von Jesus: Es ging eine Kraft von ihm aus, die alle heilte. Der Kranke und leidende Mensch wird diese Kraft Jesu spüren und fühlen. Der Empfänger des Sakramentes soll nach Möglichkeit bewusst und tätig und oftmals das Sakrament empfangen und bewusst miterleben. Das Sakrament gibt viel innere Stärke und bringt Klarheit  in dem gesalbten Menschen.

 

So lädt die Kirche die Kranken und die Angehörigen ein, bei Krankheit und Todesgefahr den Priester zu rufen, damit die Krankensalbung im Kreise der Familie gespendet werden kann. Heutzutage sollte die Todesgefahr aber die absolute Ausnahme sein, so dass die Krankensalbung von dem Kranken bewusst empfangen und mitgefeiert werden kann. Leider werden wir Priester oft so spät gerufen, dass die Krankensalbung meist dann doch die Bedeutung der letzten Ölung annimmt. Das darf sein, soll jedoch nicht zur Regel werden. Warten Sie also nicht zu lang, sondern melden Sie sich rechtzeitig, Wenn ihr Pfarrer nicht zu erreichen ist, können sie über das Notfallseelsorgehandy den zuständigen Priester immer zur Spendung des Sakramentes anfragen. 
 

Wenden Sie sich an unsere Seelsorger direkt über die Mobil-Nummern!

 

Neue Regelung der seelsorglichen und priesterlichen Begleitung von schwer Kranken und Sterbenden

 

Liebe Mitmenschen im Solinger Westen, bislang gab es die priesterliche Notrufnummer des Stadtdekanates Solingen, an die sich alle wenden konnten, deren Angehörige auf Grund schwerer Krankheit, oder nahendem Tod seelsorgliche, oder/und sakramentale Begleitung wünschen (Krankensalbung /-kommunion, Gespräch, Gebet,…). Dafür standen bis vor kurzem 9 Priester zur Verfügung. Zum Teil aus Alters- oder Gesundheitsgründen, zum anderen Teil durch Versetzung bedingt, hat sich diese Anzahl auf fünf reduziert.
Die Folge ist, dass jeder von uns ca. alle drei bis vier Wochen Rufbereitschaft hatte. Auf der anderen Seite haben wir dabei die Erfahrung gemacht, dass der den Seelsorgebereich übergreifende Dienst fast ausschließlich von den Krankenhäusern und Seniorenheimen in Anspruch genommen wird. Im häuslichen Bereich wird in der Regel das jeweilige Pastoralbüro angerufen.
Genau an dieser Erfahrung knüpfen wir an:

Die Priester unseres Dekanats haben entschieden, die Notrufnummer ab sofort nicht mehr zu aktivieren. Dies gilt zunächst einmal probeweise bis Ende des Jahres 2019. Damit sollen der Beistand im Krankheits- und Sterbefall nicht weniger angeboten, sondern auf die Seelsorge vor Ort verlagert werden. Der Dienst selbst gehört zu den Grundvollzügen christlicher Verkündigung und priesterlichen Dienstes. Ihn wollen wir keineswegs einschränken. Vielleicht wird er für beide Seiten sogar wertvoller, wenn eine persönliche Bekanntheit vorhanden ist, oder entstehen kann.


Die jetzt zu erprobende Regelung lautet:

Der Dienst wird nun auf die Seelsorgebereiche aufgeteilt. 
Angehörige von Kranken- und Sterbenden wenden sich über Tag an das Pastoralbüro St. Sebastian, außerhalb der Bürozeiten direkt über Diensthandy (s. letzte Seite) an Kaplan Hohmann, oder Pfarrer Meinrad Funke. Falls keine Krankensalbung, oder Beichte gewünscht ist können Sie sich auch an die anderen SeelsorgerInnen wenden. Wir möchten Sie herzlich bitten, diesen Dienst zu nutzen, der für uns Priorität hat. Neben den Hausbesuchen sind wir bei Abwesenheit des katholischen Krankenhausseelsorgers Ansprechpartner für die St. Lukas Klinik und Bethanien, und ebenso für die Seniorenheime in Wald, Merscheid, Aufderhöhe und Ohligs zur Verfügung.

 

Bei der Gelegenheit noch ein Hinweis zum Charakter der Krankensalbung:

1. Jedes Sakrament kann nach Lehre der Kirche nur lebenden Personen gespendet werden. 
2. Die Krankensalbung hat nicht in erster Linie die Bedeutung, Menschen unmittelbar auf den Tod vorzubereiten, sondern geistig und seelisch auf dem Weg der Krankheit zu stärken.
3. Ich möchte Sie daher ermuntern, mit diesem Schritt nicht bis zum letzten Moment zu  warten. Die Krankensalbung als Zeichen der Zuwendung Gottes wird als sehr hilfreich erfahren, wenn Sie im vollen Bewusstsein der Kranken vollzogen wird und sie kann jederzeit wiederholt werden. Auf diese Weise ist auch ein Gespräch, ein kleiner Gottesdienst, der Empfang der Hl. Kommunion möglich.

Zögern Sie also nicht, rechtzeitig mit dem Büro, oder direkt mit uns Seelsorger/innen einen Termin zu vereinbaren. Wir kommen gern. Selbstverständlich auch unmittelbar nach dem Tode eines Menschen, dann allerdings zu Gebet und Segen.

In der Hoffnung, dass sich die Neuregelung bald einspielt und als tragfähig erweist grüßt Sie ganz herzlich

Ihr Pastor Meinrad Funke